Ni… Ni…
Februar 10, 2008
Il y a comme une insaisissable lenteur dans les gestes de ce personnage dont le nom restera indécis, imprécis. Innommable liberté que de ne pas être né sous l’offense de cette restriction quasi-évidente d’un internement de naissance. Mais le langage s’interdit à cette créature, il doit s’éteindre pour ne pas être ouvert, un langage dont chaque mot serait enceinte de toutes les possibles possibilités de signification du mot dans le mot ne dit plus rien. Un langage ouvert est sans parole. (Weiterlesen als PDF)
Verflossenes Zinnoberrot
Februar 10, 2008
Es hat diese Zeit gegeben. Da war das Weiß der Wände nur weiß, und die Sterne strahlten das kalte Licht. Aus dem Wasserhahn stahl sich der eine Tropfen, immer wieder, und die Leere seines Klangs verfing sich zwischen den Wänden. Das Warten auf die Blüte und das Sterben der Pflanzen geschahen zugleich.
Vom Rahmen meiner Fenster blättert die Farbe. Sie sind aus Holz, die Rahmen, und sehr alt. Der Anstrich löst sich von ihnen. Manchmal fahre ich mit dem Fingernagel unter eine der aufgequollenen Blasen. Ich tippe die harte, geborstene Farbschicht an, so dass sie abspringt. Zum Vorschein kommt ein graues, vom Wetter zernagtes Stück Holz, in das Wasser gedrungen ist – vom Regen und vom Schnee der vielen Jahre, in denen ich noch nicht hier gewohnt habe. Auch von den Pflanzen kommt die Feuchtigkeit, die das Holz zerkaut. Auf dem Fensterbrett stehen die Blumentöpfe, die, wenn ich sie zu großzügig gieße, überlaufen. Das passiert gelegentlich. (Weiterlesen als PDF)
Der Hummersignifikant und die zwei Schwindel
Februar 10, 2008
Materialien zu einer angewandten Theorie künstlich forcierter Verwirrung
Substanzen und Wahrnehmungen, die das innere Funktionieren der Sprache in einen vagabundierenden und anwachsenden Schwindel entbinden, schwächen den Doppelgriff des entliehenen Rückgrates (aufrechter Gang: es zeigt zum Zenit und fasert gleichzeitig in die Synapsen aus), das durch das Begehren nach dem kleinen Gesetz anschwoll und sich aufrichtete.[1] So dass der Hummersignifikant nicht mehr ordentlich kontrolliert und die Konnexionsregeln organisiert, was das Gleiten im System der Signifikanten aus der Geometrie wirft; also nicht mal wildes Denken, eher das Denken der Wildnis, wenn die Sonne untergegangen ist und der große Schatten, den sie dem König der Löwen lieh, und der hinter jedem Grashalm zu ahnen war, sich auflöst.
[1]Ein anderer verortet diese Rektifizierungskraft auch in den »Schwanzverzweigungen der Sprache«, aber verfolgt das Rückgrat weiter hinab, dorthin, wo die Seele, »die heraustreten wollte wie eine Bombe oder eine gewaltige Kanone [...] zum Wesen rektifiziert wurde im Rektum der Willkür: Geist.« Antonin Artaud: Briefe aus Rodez. München 1979. S. 83
Novelle über eine verrückte Kriegsmaschine. Die Kleist-Maschine
Februar 10, 2008
Es ist geschehen, an einem lauen Frühlingsnachmittag im Jahre 1808, dass auf einem Hügel bei Weimar sich zwei Dichter trafen, gerade in der Zeit des großen Aufbegehrens der spanischen Guerilla gegen die französische Besatzung, und so standen sie, der eine an den anderen gelehnt, um sich zu schießen.Doch was ist passiert? Was kann nur geschehen sein? Und selbst wenn nichts geschehen ist, was ist dieses Nichts, durch das etwas passiert ist? Jede Novelle hat eine fundamentale Beziehung zum Geheimnis, kein geheimes Objekt, das zu entdecken wäre, sondern eine Beziehung zur Form des Geheimnisses, die undurchdringlich bleibt. Und außerdem inszeniert die Novelle Stellungen von Körper und Geist, die wie Falten oder Hüllen sind. Stellungen, die an der Kreuzung von gewissen Linien entstehen. Dabei handelt es sich nicht nur um die Linien der Schrift, denn diese verbinden sich mit anderen Linien, Lebenslinien, Glücks- und Unglückslinien, Linien, die eine Variation der Schriftlinie bilden, Linien, die zwischen den geschriebenen Linien stehen.
Kleist, Rücken an Rücken mit Goethe, flüstert diesem zu: »Ich bin in der Überzahl! Ich bin die Milliarden! Ich werde dir den Kranz von der Stirne reißen!« Daraufhin wütet Goethe gegen Kleist: »Du Naturverfallener! Die verfluchte Unnatur!« Und sich beruhigend fährt er fort: »Du erregst mir Schauder und Abscheu. Du bist wie eine unheilbare Krankheit, die meinen von der Natur aus schön intentionierten Körper ergreift.«
Was kann nur geschehen sein, dass es soweit kommen konnte? (Weiterlesen als PDF)