Verflossenes Zinnoberrot
Februar 10, 2008
Es hat diese Zeit gegeben. Da war das Weiß der Wände nur weiß, und die Sterne strahlten das kalte Licht. Aus dem Wasserhahn stahl sich der eine Tropfen, immer wieder, und die Leere seines Klangs verfing sich zwischen den Wänden. Das Warten auf die Blüte und das Sterben der Pflanzen geschahen zugleich.
Vom Rahmen meiner Fenster blättert die Farbe. Sie sind aus Holz, die Rahmen, und sehr alt. Der Anstrich löst sich von ihnen. Manchmal fahre ich mit dem Fingernagel unter eine der aufgequollenen Blasen. Ich tippe die harte, geborstene Farbschicht an, so dass sie abspringt. Zum Vorschein kommt ein graues, vom Wetter zernagtes Stück Holz, in das Wasser gedrungen ist – vom Regen und vom Schnee der vielen Jahre, in denen ich noch nicht hier gewohnt habe. Auch von den Pflanzen kommt die Feuchtigkeit, die das Holz zerkaut. Auf dem Fensterbrett stehen die Blumentöpfe, die, wenn ich sie zu großzügig gieße, überlaufen. Das passiert gelegentlich. (Weiterlesen als PDF)