Materialien zu einer angewandten Theorie künstlich forcierter Verwirrung

Molpé 1, S. 30-33

Substanzen und Wahrnehmungen, die das innere Funktionieren der Sprache in einen vagabundierenden und anwachsenden Schwindel entbinden, schwächen den Doppelgriff des entliehenen Rückgrates (aufrechter Gang: es zeigt zum Zenit und fasert gleichzeitig in die Synapsen aus), das durch das Begehren nach dem kleinen Gesetz anschwoll und sich aufrichtete.[1] So dass der Hummersignifikant nicht mehr ordentlich kontrolliert und die Konnexionsregeln organisiert, was das Gleiten im System der Signifikanten aus der Geometrie wirft; also nicht mal wildes Denken, eher das Denken der Wildnis, wenn die Sonne untergegangen ist und der große Schatten, den sie dem König der Löwen lieh, und der hinter jedem Grashalm zu ahnen war, sich auflöst.

Doch oft setzt hier das Andrängen einer Angst an, die scheinbar dem Kontrollverlust geschuldet ist, den das mentale Ausscheren aus den Mustern der symbolischen Ordnung bringt. Ein Verlust, der zunächst Wirkung einer vorgängigen Öffnung ist: Durch die Auflösung des Zangengriffs des Hummersignifikanten verliert sich die Zusammennaht von Ort und Element der Einschreibung, und sollte noch geredet werden, verliert sich für den Aussagenden allmählich jegliches Gefühl der Bindungskraft an das Subjekt der Aussage. Elemente tauchen an anderen Orten auf, Orte ziehen neue Elemente auf sich, die Abwesenheit des stabilisierenden und heimlichen Gottes, der überlieferungsgemäß als Hummer beschrieben wird, lässt den Fluchtpunkt seines Herrschaftssitzes, den er in die weiße Leere hineinstach, zerfallen in je eigene Fluchten jeder einzelnen Konnexion. (Weiterlesen als PDF)


[1]Ein anderer verortet diese Rektifizierungskraft auch in den »Schwanzverzweigungen der Sprache«, aber verfolgt das Rückgrat weiter hinab, dorthin, wo die Seele, »die heraustreten wollte wie eine Bombe oder eine gewaltige Kanone [...] zum Wesen rektifiziert wurde im Rektum der Willkür: Geist.« Antonin Artaud: Briefe aus Rodez. München 1979. S. 83

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